Häufige
Beschwerden

Von Ohren­schmerz bis Reflux – Symptome, Diagnostik und Therapie

Erkran­kungen und Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich können in sehr unter­schied­licher Form auftreten: von plötz­lichen Ohren­schmerzen, ständigem Tinnitus oder Ohrge­räu­schen bis hin zu einem Hörsturz. Häufig treten auch Symptome wie Druck oder Schmerzen im Gesicht bei Nasen­ne­ben­höh­len­ent­zün­dungen, Schluck­be­schwerden und starke Halsschmerzen bei Mandel­ent­zün­dungen oder Sodbrennen auf – beim stillen Reflux auch diffus und daher häufig lange unerkannt.

Viele dieser HNO-Beschwerden sind mitein­ander verbunden und begleitet von Schwindel oder wieder­keh­renden Infekten. Bei Kindern tritt häufig auch eine einge­schränkte Hör- und Sprach­ent­wicklung auf. Die moderne HNO-Diagnostik erlaubt eine ganzheit­liche Abklärung und indivi­duelle Therapie – von gezielten Hör- oder Aller­gie­tests und endosko­pi­schen Verfahren bis zur medika­men­tösen, komple­men­tären und opera­tiven Behandlung. Ziel ist es, Beschwerden mit Fachkom­petenz zu begegnen und die Lebens­qua­lität nachhaltig zu verbessern.

Ohren­schmerzen

Ohren­schmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden im HNO-Bereich mit vielfäl­tigen Ursachen: von Mittel­ohr­ent­zündung über Verlet­zungen des Trommel­fells bis hin zu Begleit­erschei­nungen von Infek­tionen oder Kiefer­ge­lenks­pro­blemen. Symptome wie dumpfer Schmerz, Druck­gefühl, Hörstö­rungen oder Ausfluss sollten immer ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn sie länger als 48 Stunden bestehen oder mit Fieber, Ohrge­räu­schen oder Schwindel einher­gehen. Je nach Ursache kommen medika­mentöse Therapien wie Ohren­tropfen und Schmerz­mittel oder – bei bakte­ri­ellen Infek­tionen – Antibiotika zum Einsatz. Besonders bei Kindern oder wieder­keh­renden Beschwerden ist eine gründ­liche Hördiagnostik sinnvoll. Gegebe­nen­falls kann ein opera­tiver Eingriff erfor­derlich sein.

Tinnitus | Ohrge­räusche

Tinnitus ist die fachsprach­liche Bezeichnung für dauer­hafte Ohrge­räusche wie Pfeifen, Brummen oder Rauschen. Ein Tinnitus kann sehr unter­schiedlich ausge­prägt und für viele Patienten sehr belastend sein. Die Ursache sind oft Hörstö­rungen, ein Lärmtrauma oder Durch­blu­tungs­stö­rungen. Auch Stress, Kiefer­ge­lenks­pro­bleme oder Infekte können Tinnitus auslösen. Halten Ohrge­räusche länger als wenige Tage an oder treten mit Hörverlust, Schwindel oder Hörsturz auf, empfiehlt sich eine medizi­nische Abklärung. Die Tinnitus-Therapie richtet sich nach Ursache und Ausprägung der Symptome – von medika­men­töser Behandlung über Akupunktur oder Infusi­ons­the­rapie bis zu spezi­ellen Hörge­räten, Tinnitus-Maskern und psycho­lo­gi­scher Begleitung.

Hörsturz

Ein Hörsturz ist ein plötz­licher, meist einsei­tiger Hörverlust, der auch bei völlig gesunden Menschen auftreten kann und häufig von Ohrge­räu­schen oder Schwindel begleitet wird. Die Ursachen eines Hörsturzes sind oft unklar, als Auslöser kommen häufig Durch­blu­tungs­stö­rungen, Virus­in­fekte oder Stress infrage. Hält die Hörmin­derung länger als zwei Tage an, sollte schnellst­möglich eine HNO-ärztliche Abklärung erfolgen. Die Behandlung bei Hörsturz richtet sich nach seiner Ausprägung und Ursache – meist kommen durch­blu­tungs­för­dernde Medika­mente oder Infusions­therapien zum Einsatz. Eine Hördiagnostik ist für die genaue Lokali­sation des Schadens unerlässlich. In Einzel­fällen können ergän­zende Therapien oder operative Eingriffe notwendig sein.

Nasen­ne­ben­höh­len­ent­zündung

Sinusitis, die Nasen­ne­ben­höh­len­ent­zündung, geht meist mit typischen Symptomen einher: Kopfschmerzen, Druck­gefühl im Gesicht, verstopfte Nase und ein schlei­miger oder eitriger Ausfluss, oft begleitet von Husten oder einge­schränktem Geruchssinn. Meist entsteht die Entzündung durch eine Erkältung oder Allergie, seltener durch anato­mische Beson­der­heiten. Akute Sinusitis klingt oft mit schleim­lö­senden und abschwel­lenden Medika­menten, Inhalation und viel Trinken ab. Bleiben die Beschwerden bestehen oder treten Fieber, starke Schmerzen oder chronische Beschwerden auf, helfen eine gezielte Diagnostik, gegebe­nen­falls auch ein Aller­gietest. Bei wieder­keh­render oder thera­pie­re­sis­tenter Entzündung kann ein opera­tiver Eingriff sinnvoll sein, etwa zur Entfernung von Polypen oder zur Verbes­serung der Belüftung der Neben­höhlen.

Mandel­ent­zündung

Eine Mandel­ent­zündung (Tonsil­litis) äußert sich meist durch starke Halsschmerzen, Schluck­be­schwerden, Fieber und geschwollene Mandeln. Auslöser sind zumeist Viren oder Bakterien, insbe­sondere Strep­to­kokken. In den meisten Fällen heilt eine akute Mandel­ent­zündung mit schmerz­lin­dernden und fieber­sen­kenden Medika­menten, ausrei­chender Flüssig­keits­zufuhr und Ruhe nach ein bis zwei Wochen aus. Bei bakte­ri­ellen Infek­tionen werden meist Antibiotika verab­reicht. Kommt es mehrfach im Jahr zu schweren oder chroni­schen Entzün­dungen, kann eine Mandel­verkleinerung (Tonsil­lo­tomie) oder Mandel­entfernung sinnvoll werden, besonders bei Kindern. Eine gründ­liche HNO-Diagnostik ist die Basis für die richtige Therapie und hilft, Kompli­ka­tionen wie Abszesse oder rheuma­ti­sches Fieber zu vermeiden.

Sodbrennen | Reflux

Der Rückfluss von Magen­säure (Reflux) äußert sich häufig durch Sodbrennen, kann aber auch zu Beschwerden im HNO-Bereich führen: Heiserkeit, Räusper­zwang, Kloßgefühl im Hals, chroni­scher Husten oder Schluck­störungen sind typische Anzeichen des „stillen“ Refluxes ohne Sodbrennen. Ursachen sind meist ein geschwächter Speise­röh­ren­schließ­muskel, Ernährung, Überge­wicht oder Stress. Auch Allergien können Reflux-Symptome verstärken. Die genaue Diagnose erfolgt über spezia­li­sierte HNO-Diagnostik, etwa durch eine Kehlkopf­spie­gelung. Die Therapie umfasst säure­hem­mende Medika­mente, aber auch eine Änderung des Lebens­stils und – bei anhal­tenden Beschwerden – ergän­zende lokale Behandlung oder operative Eingriffe.